Viele sogenannte Akkuspar-Apps versprechen wahre Wunder: Da ist die Rede von einer 200% längeren Laufzeit, besserer Lebensdauer des Akkus und einem schnelleren Handy. In der Realität sieht das etwas anders aus, denn was die Hersteller Ihnen natürlich nicht erzählen: Akkusparen per App ist auf kaum einem Gerät möglich. Die Anbieter liefern dem Kunden also reichlich Werbung aus und saugen dabei den Akku noch schneller leer. Warum das so ist und was man tun kann, um tatsächlich das Beste aus dem Akku herauszuholen, erklären wir Ihnen hier.

Sparen Sie lieber selbst Energie

Jede App, die auf Ihrem Smartphone im Hintergrund eine Aufgabe erledigt, beansprucht den Prozessor und damit den Akku Ihres Gerätes. Das gilt auch für Energiespar-Apps. Android verhindert durch diverse Sicherheitsvorkehrungen, dass eine Anwendung eine andere dauerhaft schließen kann.

Wer wirklich Energie sparen will, kann sich also Maßnahmen vorschlagen lassen, aktiv werden muss der Nutzer aber immer noch selbst. Die beste und vor allem werbefreie Möglichkeit ist aber, in den Akku-Optionen nach den größten Energiefressern zu suchen und diese selbst abzuschalten. Das geht über die Schaltfläche „Beenden erzwingen“ und „Cache leeren“.

Übrigens: Apps wie der Facebook-Messenger verlassen sich auf Hintergrunddienste, die auch dann weiterlaufen, wenn die App selbst geschlossen wurde. Diese können auf Dauer stark am Akku zehren. Überlegen Sie sich also auch, welche Apps Sie wirklich brauchen und welche Sie eigentlich schon vor Monaten hätten deinstallieren können.

Die Lüge, die wir uns selbst erzählen

Akkuspar-Apps bringen auf den meisten Smartphones also wirklich gar nichts. Warum aber scheinen Millionen Benutzer weltweit auf diese Anwendungen zu schwören? Wahrscheinlich ist die Begeisterung auf eine Art Placebo-Effekt zurückzuführen. Die Verbindung von Ursache und Wirkung ist tief in unserem Verstand verwurzelt. Wer also eine Maßnahme ergreift, ist oft davon überzeugt, dass diese auch Wirkung zeigt. Dabei ist es egal, ob tatsächlich die gewünschte Wirkung eintritt, gar nichts passiert oder sogar das entgegengesetzte Resultat eintrifft. Die gute Nachricht: Wer sich mit der Materie beschäftigt, ist weniger anfällig für solche Effekte und kann darum richtige und wirksame Maßnahmen treffen.