Commodore, ein Name der bei Nerds und Nostalgikern die Herzen höher schlagen lässt. Die glanzvollsten Zeiten hatte die Marke zweifelsohne in den 80er Jahren, in denen C64- und Amiga-Rechner aus den Kinder- und Wohnzimmern nicht wegzudenken waren. Seither erlebte sie nach Bankrott und diversen Wiederbelebungsversuchen eine eher wechselvolle Geschichte. Nun meldet sich Commodore erneut zurück – mit einem Smartphone.

Das Commodore PET (Bild: Commodore Business Machines)
Das Commodore PET (Bild: Commodore Business Machines)

Seit dem Bankrott der Commodore International im Jahre 1994 wurden die Markenrechte an diesem illustren Namen ziemlich herumgereicht: 1995 übernahm der deutsche PC-Hersteller Escom das insolvente Unternehmen und verwendete den Namen um PCs und PC-Zubehör zu verkaufen. Escom ging nur ein Jahr später in den Konkurs. Eine Investmentgesellschaft übernahm, welche die Markenrechte auswerten wollte. Von dieser Gesellschaft, der C= Holdings B.V. mit Sitz im niederländischen Breda, hat man seither nicht mehr viel gehört.

Im März diesen Jahres gründeten zwei italienische Unternehmer in London schließlich die Commodore Business Machines (CBM). Um die legendäre Marke ins Smartphone-Zeitalter katapultieren zu können, sicherte man sich die Rechte daran für 38 Länder, vorwiegend in Europa und den USA.

PET, das neue Smartphone von Commodore

Das Commodore PET ist nach dem anderen ruhmreichen Commodore-Rechner benannt, dem 1977 erschienenen Personal Electronic Transactor, kurz PET. Hinter dem Geschichtsträchtigen Namen verbirgt sich ein Android-Handy mit recht ordentlichen Spezifikationen: eine 1,7 GHz schnelle, mit acht Kernen ausgestattete MediaTek-CPU nebst Mali-Grafikeinheit gehört ebenso zur Ausstattung wie ein üppiger 3000 mAh-Akku und ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display (Auflösung 1080 x 1920 Pixel).

Die Hauptkamera kommt von Sony, löst mit ordentlichen 13 Megapixeln auf und verbirgt sich hinter einer hellen f/2.0-Blende. Die Selfie-Kamera kommt mit einer Weitwinkel-Linse daher und löst mit 8 Megapixeln auf. Ein Auslöse-Knopf am rechten Rand des Geräts kann beide Kameras komfortabel auslösen. Das PET ist ein Dual-SIM-Gerät und funkt auch im 4G/LTE-Netz.

Retro-Gaming inklusive

Neben Android 5.0 Lollipop, Commodore hat die Version angepasst, werden zwei Emulatoren vorinstalliert, mit denen sich Amiga- und C64-Spiele spielen lassen. Das Team von CBM arbeitet mit verschiedenen Softwarehäusern außerdem daran, einige der besten 80er-Jahre-Spiele auf das PET zu bringen.

Preise und Verfügbarkeit

Commodore bringt vom PET gleich zwei Versionen heraus: eine günstige, die etwa bei 270 Euro liegen soll. Diese enthält 16 GB internen Speicher und 2GB Arbeitsspeicher. Für rund 60 Euro mehr gibt es das doppelte, also 32 GB, an internem Speicher und 3 GB Arbeitsspeicher. Mitgeliefert wird bei beiden Modellen auch eine 32 Gigabyte fassende Micro-SD-Karte. Bei den Farben haben die Kunden die Wahl zwischen Schwarz und dem klassischen Beige, in das schon die Commodore-Computer der Achtzigerjahre gekleidet waren.

Laut „Wired“ sollen die Geräte noch im laufe dieser Woche an den Start gehen. Neben Deutschland stehen Italien, Frankreich und Polen auf der Liste der Launch-Märkte. Weitere europäische Märkte und die Vereinigten Staaten sollen bald folgen.